Frauen im Golf
Eine Geschichte der Beharrlichkeit
Frauen spielen Golf seit dem 15. Jahrhundert. Mary Queen of Scots gilt als eine der frühesten dokumentierten Golfspielerinnen; sie soll kurz nach dem Tod ihres Gatten Darnley 1567 Golf gespielt haben, was ihr von Kritikern vorgeworfen wurde. Im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Damenclubs in Großbritannien; der St Andrews Ladies Golf Club wurde 1867 gegründet. Das Frauengolf entwickelte sich parallel zum Männergolf, aber stets unter anderen Bedingungen: weniger Ressourcen, kleinere Zuschauerschaft, geringere Medienaufmerksamkeit.
Diese Ungleichheit ist bis heute nicht vollständig überwunden. Aber die letzten drei Jahrzehnte haben eine strukturelle Verschiebung gebracht, die in ihrer Tiefe nicht unterschätzt werden sollte. Die LPGA Tour hat sich zu einem globalen Produkt entwickelt, das Spielerinnen aus zwei Dutzend Ländern anzieht; Turnierpreisgelder wurden erheblich angehoben; und eine Generation von Spielerinnen hat Aufmerksamkeit erzeugt, die über die traditionellen Golfkreise hinausgeht.
Die Gründung der LPGA Tour
Die LPGA Tour wurde 1950 gegründet, größtenteils auf Initiative von dreizehn Spielerinnen, die erkannten, dass ein professioneller Tourrahmen für das Frauengolf notwendig war. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Patty Berg, Babe Zaharias und Louise Suggs — drei der dominantesten Spielerinnen ihrer Ära. Babe Zaharias, Olympiasiegerin in der Leichtathletik, war vielleicht die bekannteste Athletin Amerikas, und ihre Entscheidung, sich dem Profigolf zu widmen, verlieh der Tour unmittelbare Glaubwürdigkeit.
In den ersten Jahrzehnten war die LPGA Tour ein bescheidenes Unternehmen: wenige Turniere, geringe Preisgelder, Spielerinnen, die selbst für Unterkunft und Transport aufkamen. Aber die Tour wuchs. Mickey Wright, die möglicherweise über die reinste technische Schwingtechnik aller Zeiten verfügte, gewann in den 1960er Jahren 82 Mal auf Tour. Kathy Whitworth gewann 88 Mal — mehr als jeder Profi in der Geschichte von PGA Tour oder LPGA Tour zusammen.
Die internationalisierung des Frauengolfs
Der nächste große Schub kam in den 1990er Jahren, als internationale Spielerinnen die LPGA Tour zu dominieren begannen. Annika Sörenstam aus Schweden ist die bekannteste unter ihnen. Zwischen 1995 und 2008 gewann Sörenstam 90 professionelle Turniere, darunter zehn Major Championships. 2001 spielte sie eine Runde von 59 auf der LPGA Tour — das erste Mal, dass ein Profi auf einem 18-Loch-Kurs eine 59er-Runde gespielt hatte. Ihre Technik, ihr Arbeitsaufwand und ihr kompromissloser Ehrgeiz setzten neue Standards für das Profigolf beider Geschlechter.
Parallel entwickelten sich Frauentouren in Europa (Ladies European Tour), Japan (JLPGA Tour) und Korea (KLPGA Tour), die die schiere Breite des globalen Frauengolfs abbilden. Südkorea wurde zum dominanten Faktor: Spielerinnen wie Se Ri Pak, die 1998 zwei Majors gewann, inspirierten eine Generation von jungen Koreanerinnen, Golf als Karriereweg zu verfolgen. Die Auswirkungen auf die Nationalmannschaft und auf die Besetzung der LPGA Tour waren enorm — Korean-amerikanische und koreanische Spielerinnen dominieren die Tour noch heute.
Die vier Major Championships
Im Frauengolf gibt es fünf Majors (seit 2013 gilt das Chevron Championship als Major): das ANA Inspiration (heute Chevron Championship), die KPMG Women's PGA Championship, die US Women's Open, die AIG Women's Open (früher Ricoh Women's British Open) und die Evian Championship. Die US Women's Open ist das älteste und angesehenste; sie wird von der USGA ausgerichtet und hat eine Geschichte, die bis 1946 zurückreicht.
Die US Women's Open ist auch hinsichtlich der Tradition des Kurses bedeutsam: sie wurde auf einigen der besten Plätze des Landes ausgetragen, darunter Merion, Pinehurst (zusammen mit der Männer-US-Open 2014) und Pebble Beach. Das Bewusstsein, dass Frauen diese Plätze besetzen, ist eine stille aber bedeutsame Aussage über Gleichberechtigung im Golf.
Solheim Cup: Europa gegen die USA
Was der Ryder Cup für die Männer ist, ist der Solheim Cup für die Frauen — ein biennales Teamevent zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Der Solheim Cup wurde 1990 ins Leben gerufen, auf Initiative von Karsten Solheim, dem Gründer von Ping. Das Format spiegelt den Ryder Cup: Fourball, Foursomes und abschließende Einzelspiele.
Der Solheim Cup hat in seiner kurzen Geschichte bereits einige der emotionalsten Momente im Frauengolf produziert. Das 2015er Event in St Leon-Rot, Deutschland, wurde durch eine Kontroverse um eine Regelentscheidung in der Schlussrunde zu einem historischen Moment. 2019 in Gleneagles gewann Europa; 2021 in Toledo holten die USA zurück. Der Cup hat erheblich dazu beigetragen, das Frauengolf in Europa zu vermarkten und eine Fanbasis aufzubauen, die über das traditionelle Golfpublikum hinausreicht.
Wachstum der Partizipation
Die Beteiligungszahlen von Frauen im Golf sind in den letzten Jahren gestiegen, auch wenn Golf insgesamt gegenüber anderen Sports-Angeboten kämpft. In Großbritannien spielen mittlerweile fast 30 Prozent der Golfplatz-Besucher Frauen — ein Anteil, der noch 2010 deutlich niedriger war. In Nordamerika ist der Anteil der Frauenmitgliedschaften in Golfclubs gestiegen, getrieben teils durch die Pandemiephase, in der Golf als Outdoor-Aktivität mit Abstand attraktiver wurde.
Die Infrastruktur für Frauen auf Clubebene hat sich ebenfalls verändert. Viele Clubs, die historisch Frauen von bestimmten Abschlagzeiten ausschlossen oder ihnen keine vollständige Mitgliedschaft anboten, haben ihre Statuten reformiert. Muirfield, der schottische Linksplatz und ehemalige Open-Championship-Gastgeber, stimmte 2017 nach jahrelangem Streit für die Aufnahme von Frauen als vollständige Mitglieder — ein symbolisches Ereignis, das die Debatte über Exklusivität und Zugänglichkeit im Golf auf die Titelseiten brachte.
Spielerinnen der jüngsten Generation
Nelly Korda aus den USA, die 2021 Olympiasiegerin in Tokio wurde und in der Folge zur Weltranglistenersten aufstieg, steht für eine Generation, die sowohl athletisch als auch medial sichtbarer ist als jede vorherige. Korda spielt mit einer Athletik und Kraft, die das alte Klischee des 'weiblichen Swings' als Kontrast zum männlichen längst überholt hat.
Jin Young Ko aus Südkorea ist eine andere dominante Figur: Sie verbrachte mehr Wochen auf Rang eins der Weltrangliste als jeder andere Spieler in der Geschichte der Rangliste, männlich oder weiblich. Ihre Konsistenz — Top-10-Platzierungen in nahezu jedem Turnier, das sie bestreitet — ist ein Maßstab, den selbst die engagiertesten Beobachter des Männergolfs anerkennen müssen.
Gleicher Zugang zu den besten Plätzen
Eine verbleibende Debatte betrifft den Zugang von Frauen zu den renommiertesten Golfplätzen weltweit. Augusta National nahm erst 2012 seine ersten weiblichen Mitglieder auf — Condoleezza Rice und Darla Moore. Die R&A-Clubs, von denen Muirfield das jüngste Beispiel ist, haben sich historisch widerspenstig gezeigt. Das Royal St George's in Sandwich öffnete erst 2021 seine Türen für Frauen.
Diese Symbolfragen sind nicht nur symbolisch: Solange die traditionsreichsten Golfplätze der Welt Frauen als Gäste oder Mitglieder behandeln statt als selbstverständliche Teilnehmer, bleibt die Ungleichheit in der Struktur sichtbar. Die Richtung der Entwicklung ist klar, auch wenn das Tempo manchmal bescheiden ist. Karte öffnen und erkunden, wo auf der Welt Frauen die besten Golfplätze bespielen — sie sind überall.