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Der FedEx Cup und die Playoffs

Der FedEx Cup ist das ehrgeizigste Konzept, das die PGA Tour je erfunden hat: ein Saisonranking, das über mehr als vierzig Turniere läuft, und am Ende in drei entscheidenden Playoff-Events kulminiert. Wer versteht, wie das System aufgebaut ist, versteht auch, warum manche Spieler mitten in der Saison Turniere auslassen, warum der Herbst plötzlich Bedeutung hat — und warum der Sieger des FedEx Cups zu den wichtigsten Titeln zählt, die man auf der Tour gewinnen kann.

Geschichte und Entstehung

Die PGA Tour führte den FedEx Cup 2007 ein, mit dem erklärten Ziel, der Saison eine narrative Klammer zu geben. Zuvor war die Tour eine lose Folge von Einzelturnieren ohne gemeinsamen Höhepunkt — außer den vier Majors, die natürlich nicht unter dem Dach der Tour stattfinden. Der FedEx Cup sollte das Publikumsinteresse über den Sommer hinaus halten und einen Champion küren, der mehr ist als der Sieger eines einzelnen Turniers.

In den ersten Jahren war das System kompliziert und manchmal kontraintuitiv. Ein Spieler konnte die gesamte Saison dominieren und dennoch im Playoff leer ausgehen. 2019 reformierte die Tour das System grundlegend: Seitdem werden die Punkte vor den Playoffs auf null zurückgesetzt und auf der Basis einer neu berechneten Startposition in den Playoffs vergeben. Der Spieler, der als Führender in das finale Turnier geht, braucht einen klaren Sieg, um nicht trotzdem zu verlieren.

Wie die Punkte vergeben werden

Jedes Turnier auf der PGA Tour vergibt FedEx Cup-Punkte entsprechend seiner Prestigestufe und seines Preisgeldes. Die Players Championship, die Majors (sofern sie durch die Tour kooperieren), die WGC-Turniere und die zunehmend bedeutenden Elevated Events vergeben die meisten Punkte. Ein Sieg bei einem Standardturnier bringt rund 500 Punkte; ein Sieg bei der Players Championship oder einem Elevated Event kann über 700 Punkte bedeuten.

Die Gesamtzahl der Punkte über die Saison bestimmt, welche 70 Spieler sich für die ersten beiden Playoff-Turniere qualifizieren, welche 50 weiterziehen und welche 30 das finale Event spielen dürfen. Wer es nicht in die Top 70 schafft, hat die Saison abgeschlossen — ohne Playoff-Chance, ohne Chance auf den Titel.

Die drei Playoff-Events

Die FedEx Cup Playoffs bestehen aus drei Turnieren, die im August und September gespielt werden — unmittelbar nachdem die reguläre PGA Tour-Saison endet. Das erste Event, früher bekannt als The Northern Trust und inzwischen als FedEx St. Jude Championship ausgetragen, findet im TPC Southwind in Memphis statt. Hier spielen die Top 70 der Saison.

Das zweite Event, das BMW Championship, findet auf wechselnden Kursen statt — in der Vergangenheit auf dem Conway Farms Golf Club in Illinois oder dem Wilmington Country Club in Delaware. Die besten 50 qualifizieren sich für dieses Turnier. Es ist das letzte Gate, und wer hier unter den Top 30 landet, zieht ins Finale ein.

Das finale Turnier ist die Tour Championship im East Lake Golf Club in Atlanta — ein Platz mit Geschichte und Charakter, der in einer Parklandschaft mitten in der Stadt liegt. Hier spielen die 30 besten Spieler der Saison, und seit 2019 mit einem Strokes-Behind-System gestartet: Der Führende beginnt bei -10, der Zehnte bei -4, der Dreißigste bei +1. Wer das Turnier gewinnt, gewinnt in der Regel den FedEx Cup — aber nur, wenn er auch das Scoreboard überzeugend dominiert.

Die Schwierigkeit des Formats

Das Strokes-Behind-Format ist smart, aber nicht unumstritten. Es stellt sicher, dass der FedEx Cup-Sieger nicht einfach der Spieler sein kann, der vier Runden lang 65er schlägt, während der Führende ins Stolpern gerät. Gleichzeitig schafft es manchmal Situationen, in denen ein Spieler mit einer soliden, fehlerfreien Runde den Titel gewinnt, ohne spektakuläres Golf zu spielen. Rory McIlroy hat diese Tour Championship-Dynamik mehrfach für sich genutzt.

Kritiker monieren außerdem, dass die Majors — The Masters, US Open, The Open Championship und die PGA Championship — nicht in das FedEx Cup-System integriert sind. Ein Spieler, der alle vier Majors spielt, sammelt keine FedEx Cup-Punkte dafür. Das schafft theoretisch eine Welt, in der der beste Spieler der Welt den FedEx Cup dennoch nicht gewinnt, weil er seine Energien auf die Majors konzentriert.

Preisgelder und Bedeutung

Der FedEx Cup-Sieger erhält eines der höchsten Preisgeldpakete im Sport. Seit den Reformjahren liegt die Gesamtausschüttung im dreistelligen Millionenbereich. Der Sieger allein nimmt einen achtstelligen Betrag mit nach Hause. Dazu kommen Punkte für die Weltrangliste und die Qualifikation für alle Major-Turniere des Folgejahres — das FedEx Cup-Ergebnis ist einer der Schlüsselfaktoren für die Jahresplanung eines Tour-Spielers.

Die Kombination aus Season-Long-Race und entscheidenden Playoff-Events hat dem PGA Tour-Herbst mehr Dramatik gegeben als je zuvor. Für Fans, die Golfplätze weltweit erkunden möchten, bietet die interaktive Karte eine Übersicht von Tausenden von Kursen — darunter viele der Plätze, auf denen FedEx Cup-Events stattgefunden haben. East Lake, TPC Southwind und die BMW-Austragungsorte sind allesamt Plätze mit einem eigenen Charakter, der ihre Rolle im Saisonfinale prägt.

Ausblick: Das Format bleibt in Bewegung

Die PGA Tour hat das FedEx Cup-Format seit der Einführung mehrfach überarbeitet und wird es wahrscheinlich weiter anpassen. Der Aufstieg von LIV Golf und die Diskussionen um eine mögliche Fusion haben die strukturellen Fragen um die Tour-Saison in den Vordergrund gerückt: Wie viele Turniere sollen gespielt werden? Welche Spieler müssen wie viele Events bestreiten? Wie viele Punkte bekommt welches Event?

Was sicher bleibt, ist die grundlegende Idee: eine lange Saison, ein Punkterennen, und dann drei entscheidende Wochen im Spätsommer, in denen die besten Spieler der Welt entscheiden, wer Champion der Saison heißt.