Die größten Golfspielerinnen aller Zeiten
Der Frauengolf hat eine Geschichte voller außergewöhnlicher Athletinnen, deren Leistungen oft unterschätzt werden — gemessen an den Majors, die sie gewannen, an der Art, wie sie das Spiel veränderten, und an dem Mut, mit dem sie es in einer Zeit voranbrachten, in der der Sport noch nicht die Plattform hatte, die er heute besitzt. Eine Liste der Größten zu erstellen ist unweigerlich eine Frage des Standpunkts, aber einige Namen sind schlicht unausweichlich.
Mickey Wright: Die vollständige Schwingerin
Mickey Wright gewann 82 Turniere auf der LPGA Tour, darunter 13 Major-Titel. Wer die Zahlen kennt, ist beeindruckt; wer die Aufzeichnungen ihrer Schwünge gesehen hat, ist verblüfft. Ben Hogan — kein Mann, der Lob leichtfertig verteilte — nannte Wrights Schwung den besten, den er je gesehen hatte. Nicht den besten Frauenschwung. Den besten überhaupt.
Wright dominierte die LPGA in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren. 1963 gewann sie 13 von 32 Turnieren, die sie bestritt. Ihre Fähigkeit, den Ball zu formen, Distanzen präzise zu kontrollieren und unter Druck zu liefern, stellte sie in eine eigene Kategorie. Sie zog sich früh aus dem Rampenlicht zurück — und wurde dadurch paradoxerweise weniger berühmt, als sie verdiente.
Kathy Whitworth: Die meisten Siege aller Zeiten
Kathy Whitworth hält mit 88 Turniersiegen den Rekord für die meisten Siege auf einer professionellen Tour weltweit — mehr als Sam Snead, mehr als Tiger Woods zu dem Zeitpunkt, als diese Zeilen geschrieben wurden. Whitworth gewann zwischen 1962 und 1985 und war siebenmal LPGA Player of the Year. Keine Spielerin hat je die Konsistenz über einen derart langen Zeitraum gezeigt wie sie.
Erstaunlicherweise gewann Whitworth nie die US Women's Open — das einzige große Loch in ihrer Vita. Aber 88 Siege über mehr als zwei Dekaden sind ein Argument für sich, das keine Einzeltrophäe aufwiegen kann.
Nancy Lopez: Das Gesicht einer neuen Ära
Nancy Lopez kam 1978 auf die LPGA Tour und verwandelte den Frauengolf in eine Geschichte, die ein Mainstream-Publikum fesseln konnte. In ihrer Rookie-Saison gewann sie neun Turniere, davon fünf in Folge — ein Rekord, der bis heute steht. Sie war charismatisch, unaufhaltsam und radikal. Die LPGA-Mitgliedschaft wuchs in den Jahren nach ihrem Durchbruch deutlich — Lopez war der Grund.
Insgesamt gewann Lopez 48 LPGA-Turniere, darunter drei Dinah Shore (heute ANA Inspiration / The Chevron Championship). Ihre Aufnahme in die World Golf Hall of Fame erfolgte 1987.
Annika Sorenstam: Die vollständigste Spielerin
Annika Sorenstam ist das schwerste Argument für einen Konsens über die Beste aller Zeiten. Die Schwedin gewann 72 LPGA-Turniere und 10 Major-Titel. Ihre Statistiken auf dem Grün, auf den Fairways und in den Scoring-Zonen waren über ein Jahrzehnt lang unübertroffen. 2001 spielte sie eine Runde von 59 Schlägen — die erste Spielerin auf der LPGA Tour, die dies schaffte.
2003 spielte Sorenstam auf Einladung bei einem PGA Tour-Turnier, dem Colonial in Fort Worth, Texas. Sie verfehlte den Cut um zwei Schläge — aber das war eine mutige und bedeutende Geste, die das Gespräch über Frauen im professionellen Golf neu startete. Nach ihrer aktiven Spielerinnenlaufbahn wurde sie Platzarchitektin; ihre Designs zeigen dieselbe Präzision, die ihre Karriere kennzeichnete.
Lorena Ochoa: Mexikos Beitrag zum Spiel
Lorena Ochoa herrschte von 2007 bis zu ihrem überraschenden Rücktritt 2010 als Weltranglistenerste. In dieser kurzen Zeit gewann sie 27 LPGA-Turniere, darunter zwei Majors. Ihr Einfluss auf den Golfsport in Mexiko und Lateinamerika war immens: Sie öffnete das Spiel für eine Region, die bis dahin kaum Repräsentation auf Tour-Niveau hatte.
Ochoa zog sich mit nur 28 Jahren zurück, um sich ihrer Familie zu widmen — ein Entschluss, der ihr Leben prägte und der im Profisport selten so früh und so klar vollzogen wird. Sie hinterließ eine Lücke, die jahrelang zu fühlen war.
Babe Didrikson Zaharias: Die Athletin des Jahrhunderts
Babe Didrikson Zaharias war vor allem Leichtathletin — Olympiasiegerin in Hürden und Speerwerfen bei den Sommerspielen 1932. Als sie Golf entdeckte, dominierte sie auch diesen Sport. Sie gewann dreimal die US Women's Open und war eine der Gründerinnen der LPGA Tour. Zaharias spielte das Spiel mit einer körperlichen Kraft und Entschlossenheit, die für Frauen damals beispiellos war.
Die Gegenwart: Nelly Korda und die neue Generation
Nelly Korda hat seit 2021 bewiesen, dass die Nachfolge dieser Legenden in guten Händen liegt. Ihre olympische Goldmedaille in Tokio, ihre sieben LPGA-Siege in einer einzigen Saison 2024 und ihre Fähigkeit, unter Druck zu spielen, machen sie zur dominantesten Spielerin ihrer Generation.
Wer Plätze erkunden möchte, auf denen diese Legenden gespielt haben, findet auf der interaktiven Karte viele der historischen Austragungsorte — von den Majors auf der LPGA Tour bis zu Kursen, die den Frauengolf in ihrer Region geprägt haben.