Berühmte Schlusslöcher
Das Drama am Ende
Ein Golfplatz wird oft nach seinem Schlussloch beurteilt. Das 18. Loch trägt das gesamte emotionale Gewicht einer Runde: Hier werden Träume realisiert oder zerstört, Wasser werden zu Barrieren zwischen Spieler und Ruhm, Bunker werden zu Fallen kurz vor dem Ziel. Die besten Schlusslöcher der Welt sind nicht die schwierigsten — sie sind die, die Entscheidungen erzwingen, Risiko prämieren und Spektakel garantieren.
18. Loch, Pebble Beach Golf Links, Kalifornien
Pebble Beach ist einer der wenigen öffentlich zugänglichen Plätze der Welt, der regelmäßig in den Top 5 der besten Golfplätze weltweit erscheint. Das 18. Loch, ein 543-Meter-Par-5, verläuft entlang der Pazifik-Küste, mit dem Ozean die gesamte linke Seite entlang. Der Abschlag erfordert entweder Mut — eine enge Linie entlang des Wassers — oder Vorsicht: nach rechts auf das sichere Inland.
Jack Nicklaus schloss hier 1972 das U.S. Open mit einem 1-Eisen gegen das Flaggenloch ab und gewann. Tom Watson spielte 1977 und 1982 hier entscheidende Schläge. 2010 gewann Graeme McDowell das U.S. Open — und das Schlussloch mit seiner langen Fairwaykante am Wasser blieb in der Erinnerung der Zuschauer.
18. Loch, St Andrews (Old Course), Fife
Das Schlussloch des Old Course in St Andrews ist das bekannteste Par-4-Schlussloch in der Geschichte des Golfs: 357 Meter, kaum Rough links und rechts, der Valley of Sin vor dem Grün als letztes Hindernis. Wer dieses Loch zum ersten Mal sieht, ist oft enttäuscht — es wirkt flach und harmlos. Wer es unter Druck gespielt hat, weiß, dass die Einfachheit der härteste Richter ist.
Tiger Woods schrieb hier Geschichte, als er 2000 das Open nach 72 Löchern mit 19 Schlägen unter Par gewann. Sein Tränenauftritt beim Abschluss des Open 2022, als er möglicherweise letztmalig auf dem Old Course spielte, war eines der bewegendsten Bilder der Golfsportgeschichte. Tom Morris, Old und Young, haben hier gespielt. Die Swilcan Bridge auf dem Weg zum Schlussloch ist das meistfotografierte Bauwerk im Golf.
18. Loch, Augusta National Golf Club, Georgia
Augusta National besitzt das vielleicht dramatischste Par-4-Schlussloch der Welt: 465 Meter, mit einem Fairway, das von einem langen Bunker rechts eingerahmt wird, und einem Grün, das von zwei tiefen Bunkern links und rechts bewacht wird. Das Grün selbst ist schnell und hat eine ausgeprägte Neigung von vorne nach hinten.
Sandy Lyle spielte 1988 einen atemberaubenden Bunker-Shot aus dem linken Fairway-Bunker auf das Grün und lochte den abschließenden Birdie-Putt. Arnold Palmer schlug in den 1950er und 60er Jahren hier Comebacks ein, die Golfgeschichte schrieben. Phil Mickelson gewann sein erstes Major 2004 mit einem Birdie auf 18 — nach jahrelangen vergeblichen Versuchen ein traumatischer Durchbruch.
18. Loch, Carnoustie Golf Links, Angus
Das Schlussloch von Carnoustie ist berüchtigt als eines der brutalsten Schlusslöcher im Open-Rotation. Das 499-Meter-Par-4 verlangt einen präzisen Abschlag über den Barry Burn — den kleinen Fluss, der zweimal quer durch den Fairway führt. Wer zu weit rechts schlägt, landet im Bunker; wer zu weit fährt, landet auch im Burn.
Jean van de Velde schrieb 1999 hier die epischste Kollaps-Geschichte des Golfs: Mit drei Schlägen Vorsprung auf das Schlussloch stand er vor dem sicheren Meistertitel. Was folgte, war ein fatales 7 — drei Fehlentscheidungen und das Wasser des Barry Burn vernichteten den Vorsprung. Paul Lawrie gewann nach Playoff als erster schottischer Sieger seit jahrzehntelanger Unterbrechung.
18. Loch, TPC Sawgrass, Florida
TPC Sawgrass, Heimat des Players Championship, hat ein 18. Loch, das den Charakter des gesamten Kurses auf den Punkt bringt: eng, anspruchsvoll, mit Wasser auf beiden Seiten des Finishing-Fairways. Das Par-4 über 471 Meter schickt Spieler an einer langen Wasserseite vorbei und auf ein Grün, das von links ebenfalls vom Teich bedroht wird.
Im Bewusstsein vieler Golffans steht TPC Sawgrass natürlich vor allem für das 17. Loch — das berühmte Inselgrün-Par-3. Aber das Schlussloch liefert regelmäßig seine eigenen Dramen, insbesondere wenn die Winde aus dem nördlichen Florida über den offenen Wasserbereich wehen und den Abflug-Winkel der Drives unberechenbar machen.
18. Loch, Royal Birkdale Golf Club, Lancashire
Royal Birkdale, eines der imposantesten Linksgolfs in England, hat ein 18. Loch, das Weite und Präzision gleichermaßen fordert: 472 Meter Par-4, mit einer breiten Fairway-Avenue zwischen hohen Dünengeländern links und rechts. Wer den Abschlag in die Roughs zieht, kämpft sich durch hohes Dünengras und verliert fast sicher einen Schlag.
Arnold Palmer spielte hier 1961 einen legendären Schlag aus dem Rough über die Dünen auf das Grün — der Stein, der seinen Schlag markiert, ist heute dauerhaft im Platz verankert. Tom Watson gewann hier 1983 sein fünftes Open. Der Platz hat eine klassische Würde, die Birkdale von kommerzielleren Open-Standorten unterscheidet.
Das gemeinsame Prinzip
Was die großen Schlusslöcher gemeinsam haben, ist diese Eigenschaft: Sie fordern eine klare Entscheidung. Mutig über das Wasser angreifen oder sicher spielen? Den schwierigen Birdie anstreben oder den sicheren Par einbuchen? Die Architektur setzt einen Rahmen, innerhalb dessen der Charakter des Spielers sichtbar wird.
Wer die Plätze dieser berühmten Schlusslöcher selbst besuchen möchte — oder die geografische Lage aller in diesem Artikel genannten Kurse entdecken will — findet auf der interaktiven Karte einen praktischen Ausgangspunkt für die Planung.